Klappentext
Eine Psychologin der App „Headspace“ spricht über falsche Ansprüche, einsame Männer – und kleine Gewohnheiten, die Krisen vorbeugen.
Einzelne Bausteine machen in der Summe ein großes Ganzes. Mit diesem Grundprinzip erklärt die Psychologin Miriam Junge, wie wir durch kleinste Gewohnheitsänderungen – sogenannte micro habits – unsere persönlichen Möglichkeiten erweitern können. Ihr Ansatz: Wenn wir unser Bewusstsein ernster nehmen und achtsam mit uns und unseren Bedürfnissen umgehen, dann können wir schlechte Angewohnheiten an uns selbst erkennen und auch ändern. Sie zeigt, wie man auch kleine Erfolge wertzuschätzen lernt und positive Angewohnheiten verstärkt. Miriam Junge vermittelt methodisches Wissen und gibt praktische Übungen an die Hand, um Gewohnheiten zu ändern und selbstgesteckte Ziele zu erreichen.
- Autorin: Mirjam Junge
- Verlag: Kösel Verlag (30. März 2020)
- ISBN: 978-3466347506*
- Preis: 18,- Euro
Bewertung
„Kleine Schritte mit großer Wirkung“ von Miriam Junge ist ein motivierender, aber angenehm unaufgeregter Ratgeber für alle, die ihr Leben verändern wollen, ohne es komplett auf den Kopf zu stellen. Die Psychologin und Headspace-Therapeutin setzt auf „micro habits“, also winzige Gewohnheitsänderungen, die sich im Alltag wirklich durchhalten lassen – statt auf radikale 30‑Tage‑Challenges, die nach einer Woche verpuffen.
Junge macht von Anfang an klar: Veränderung bedeutet nicht, jeden Lebensbereich gleichzeitig zu optimieren, sondern bewusst an ein paar Stellschrauben zu drehen. Sie erklärt, wie unser „Gewohnheitstier“ funktioniert, warum das Gehirn Routinen liebt und weshalb es sinnvoller ist, sich zum Beispiel zwei Minuten tägliche Bewegung vorzunehmen als den Marathon, der nie aus den Laufschuhen herauskommt. Dabei verbindet sie psychologisches Hintergrundwissen mit vielen alltagsnahen Beispielen aus Themenfeldern wie Stress, Schlaf, digitale Ablenkung, Ernährung oder Selbstfürsorge.
Kleine Schritte mit großer Wirkung
Besonders hilfreich ist, dass das Buch nicht nur theoretisch bleibt: In jedem Kapitel finden sich Reflexionsfragen, kleine Übungen und Seiten zum aktiven Mitmachen, auf denen Leser:innen ihre eigenen Routinen, Trigger und Wunsch-Gewohnheiten notieren können. Man wird nicht mit fertigen „Life Hacks“ abgespeist, sondern Schritt für Schritt angeleitet, die eigenen Muster zu beobachten, realistische Ziele zu formulieren und Rückschläge als Teil des Prozesses einzuplanen. Gleichzeitig legt Junge viel Wert darauf, kleine Fortschritte überhaupt als Erfolge zu erkennen und zu feiern – ein Punkt, der in vielen Selbsthilfebüchern erstaunlich kurz kommt.
Sprachlich bleibt das Buch gut verständlich und nahbar, ohne in Coaching-Floskeln zu rutschen. Man merkt, dass hier eine Praktikerin schreibt, die sowohl therapeutische Erfahrung als auch Einblicke aus der App-Welt von Headspace mitbringt. Wer schon viele Habit‑Ratgeber (à la „Atomic Habits“ / „1%-Methode“) gelesen hat, wird einige Prinzipien wiedererkennen, aber die Kombination aus psychologischem Fokus, Achtsamkeit und konkreten Übungsseiten gibt dem Buch eine eigene Note. Für Einsteiger:innen ins Thema Gewohnheitsänderung ist es ein sehr zugänglicher, freundlicher Einstieg, der eher entlastet als zusätzlich Druck macht.
Mein Fazit
„Kleine Schritte mit großer Wirkung“ ist ein empfehlenswerter Ratgeber für alle, die mit minimalen Veränderungen zu mehr Zufriedenheit kommen wollen – ohne Selbstoptimierungsstress. Statt großer Versprechen setzt Miriam Junge auf micro habits, Achtsamkeit und vielen praktischen Übungen, die im Alltag wirklich umsetzbar sind.
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