Shooting Frog Games: Zentrika

Klappentext

  • Taktisches Roll-and-Write-Würfelspiel für 2 bis 5 Personen ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten.
  • Jede Person hat einen eigenen weißen Würfel, alles dreht sich aber um die farbigen Zentralwürfel.
  • Punkte gibt es für farbige Reihen, Straßen, Zwillinge und Sonderfelder.
  • Keine Wartezeiten: In jedem Zug sind alle Spielenden aktiv und tragen etwas in den Spielblock ein.
  • Im Selbstverlag erschienen und in der EU produziert.

Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Kniffel kennt jeder, aber was kommt danach? Auf der Suche nach guten Würfelspielen abseits des Altbekannten bin ich unter anderem auf „Zentrika“ gestoßen. Das Spiel habe ich als Rezensionsexemplar vom Autor erhalten, und nach ein paar Partien kann ich sagen: Es verlangt etwas Einarbeitung, belohnt sie aber.

Das Prinzip ist schnell erzählt, aber nicht ganz so schnell verstanden. Jede Person hat einen eigenen weißen Würfel, und wer an der Reihe ist, würfelt zusätzlich mit allen farbigen Zentralwürfeln. In einer ersten Aktion dürfen alle Kombinationen aus dem eigenen Würfel und den Zentralwürfeln bilden. In der zweiten Aktion kombiniert die aktive Person die Zentralwürfel mit den weißen Würfeln ihrer direkten Nachbarn. Alles wird im Spielblock eingetragen. Vom Gefühl her ist Zentrika eine Mischung aus Qwixx und Kniffel, aber ganz gut gemacht.

Zentrika

Am meisten gefällt mir, dass niemand Däumchen dreht. Weil man auch in der Runde der anderen selbst etwas eintragen kann, gibt es kaum Wartezeit, und die Balance stimmt. Zu zweit funktioniert das Spiel gut und bleibt trotzdem ein forderndes Würfelspiel, bei dem man ordentlich taktieren muss. In größerer Runde macht es allerdings noch mehr Spaß: Dann stehen in der zweiten Aktion mehr weiße Würfel der Nachbarn zur Verfügung, und damit werden auch mehr Kombinationen möglich.

Der Haken liegt beim Einstieg. Die Anleitung fand ich ziemlich umständlich, wir haben mehrere Anläufe und sogar eine Rückfrage beim Autor gebraucht, bis klar war, was wann und wie passieren muss. Er arbeitet inzwischen an einer Überarbeitung, das ist ein Pluspunkt. Ist die Hürde einmal genommen, läuft das Spiel aber rund, und wir haben es mit Freude gespielt.

Im Karton stecken die Würfel und ein einseitig bedruckter Block, Stifte muss man selbst mitbringen. Wer viel spielt, bekommt inzwischen Nachfüllblöcke mit 50 beidseitig bedruckten Blättern, und mit „Zentrika Junior“ gibt es sogar eine Version für Kinder. Verarbeitung und Haptik sind in Ordnung, grafisch ist noch Luft nach oben. Die Schachtel (ca. 15,2 x 10,8 x 4,6 cm, 170 g) ist größer, als sie für ein Würfelspiel sein müsste. Das liegt daran, dass das Spiel im Selbstverlag erschienen ist und der Autor einen guten Mittelweg zwischen Preis und Leistung finden musste. Dafür wird es in Europa produziert und nicht wie viele Konkurrenten in Asien, der Transportweg ist also kürzer, und das finde ich sehr erwähnenswert. Auf dem Tisch braucht man kaum Platz, Auf- und Abbau sind schnell erledigt, und laut ist es abgesehen vom Würfeln auch nicht.

Mein Fazit

Für mich ist Zentrika eine gelungene Alternative für alle, die ein taktisch anspruchsvolleres Würfelspiel suchen. Die umständliche Anleitung und die große Schachtel kosten einen Stern, dafür belohnt das Spiel nach der Einarbeitung mit viel Taktik und ohne Wartezeit. Wer ein Spiel sucht, das sich in zwei Sätzen erklärt, ist hier nicht richtig, alle anderen sollten einen Blick riskieren.


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