Klappentext
Ein Leben nach dem (klinischen) Tod
Was ist wirklich wichtig im Leben? Wenn wir Dr. Matt Morgan fragen, finden wir die besten Antworten nicht bei Influencern oder Life-Coaches. Für sein neues Buch hat der Intensivmediziner mit Menschen gesprochen, die ihren eigenen Herzstillstand überlebthaben und schließlich vor der Frage standen, welchen Sinn sie diesem so wunderbaren wie fragilen Geschenk namens Leben verleihen möchten.
Wir lernen eine junge Frau kennen, die ihr Herz in einem Glas betrachten kann, treffen einen Fischer, der mit den Fischen schlief, und einen Apotheker, dem keine Medikamente mehr helfen konnten. Ihnen allen gemein: Ihre außergewöhnliche Erfahrung hat ihr Leben von Grund auf verändert, um nicht zu sagen, bereichert.
Elf so berührende wie inspirierende Fälle und Lektionen von der Intensivstation, die vor allem eines sind: Ein Grundkurs in gutem Leben für alle Sinnsucher.
- Autor: Matt Morgan
- Verlag: Kösel Verlag (29. April 2026)
- ISBN: 978-3466373659*
- Preis: 20,- Euro
Bewertung
Der Tod ist eigentlich das Letzte, worüber ich gerne lese, und trotzdem habe ich „Lebensursache: Tod“ von Matt Morgan förmlich verschlungen. Vielleicht liegt genau darin das Kunststück dieses Buches: Es macht aus einem Thema, vor dem die meisten von uns instinktiv zurückschrecken, etwas, das man kaum weglegen möchte.
Matt Morgan ist Intensivmediziner, und genau diese Perspektive gibt dem Buch seine besondere Kraft. Er hat mit Menschen gesprochen, die einen Herzstillstand überlebt haben, und ihre Geschichten zu elf Kapiteln verdichtet. Da ist die junge Frau, die ihr eigenes Herz irgendwann buchstäblich in einem Glas betrachten kann. Da ist der Fischer, dessen Verbindung zum Wasser nach seinem Beinahe-Tod eine ganz neue Bedeutung bekommt. Da ist der Apotheker, dem am Ende keine Tablette mehr helfen konnte. Auf den ersten Blick klingt das nach einem Wissenschaftsschinken voller Fachbegriffe, ist es aber überhaupt nicht. Morgan erzählt nah an den Menschen, nie belehrend, und genau das nimmt dem Thema die Schwere, ohne es zu verharmlosen.
Lebensursache Tod
Was mich besonders überzeugt hat: Das Buch versucht nicht, mir mit fünf Schritten zum glücklichen Leben zu kommen. Statt fertiger Antworten bekommt man Menschen, die an der Schwelle zwischen Leben und Tod standen und danach ihr Leben neu sortiert haben. Wer dabei eine nüchterne Aufzählung medizinischer Fallstudien erwartet, wird enttäuscht, denn im Kern geht es immer um die Frage, was ein Leben eigentlich lebenswert macht. Ich habe mich beim Lesen mehr als einmal dabei ertappt, wie ich mein eigenes Leben kurz auf den Prüfstand gestellt habe. Nicht jedes Kapitel hat mich gleich stark berührt, manche Fälle blieben mir näher als andere, aber das ist bei elf sehr unterschiedlichen Schicksalen auch kaum zu vermeiden.
Mein Fazit
Am Ende bleibt ein Buch, das trotz seines Titels nicht deprimierend ist, sondern erstaunlich lebensbejahend. Es nimmt den Tod ernst, ohne sich in ihm zu verlieren, und schafft es, aus elf sehr persönlichen Geschichten einen echten Grundkurs fürs gute Leben zu machen. Absolute Leseempfehlung meinerseits, gerade für alle, die sich gerade fragen, worauf es im Leben wirklich ankommt.
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