Eine Seite noch

Klappentext

Berührendes, Kurioses, Wissenschaftliches, Persönliches, Verbindendes rund um unser aller Leidenschaft – das Lesen.

Es gibt Bücher, an denen man wächst und solche, an denen man scheitert. Bücher, die einen begeistern, gefangen nehmen, nicht mehr loslassen. Die einen empören, verstören, überfordern, zum Lachen oder zum Weinen bringen. Bestsellerautorin Meike Winnemuth ist zurück und widmet sich nach Weltreise und Garten einer weiteren Passion: dem Lesen. Von Seneca über Tolstoi zu Virginia Woolf und Sally Rooney, von der Bibel bis Fourth Wing liest sie einen Sommer lang alles, was ihr in die Finger kommt. Erfreut sich an Selbstversuchen, trifft andere Leseverrückte, unternimmt Ausflüge in die weite Welt der Literatur. Und findet dabei, was sie nicht gesucht hat. Befindet: Lesen macht das Leben eine Nummer größer. Es schenkt Verbundenheit über alle Grenzen hinweg. Und doch lesen zwei Menschen nie dasselbe Buch.

  • Autorin: Meike Winnemuth
  • Verlag: Penguin Verlag (18. März 2026)
  • ISBN: 978-3328604785*
  • Preis: 22,- Euro

Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Wenn ein Buch schon im Titel ein Versprechen abgibt, dann sollte es dieses auch einlösen. „Eine Seite noch“ von Meike Winnemuth schafft das durchaus. Wenn auch anders, als ich es erwartet habe. Ich bin mit einer gewissen Vorfreude an dieses Buch gegangen. Die Idee, sich ein Jahr lang konsequent dem Lesen zu widmen, hat mich sofort angesprochen. Vielleicht auch, weil ich mich selbst immer wieder dabei ertappe, wie das Lesen im Alltag zu kurz kommt.

Und ja, es gibt viele Momente in diesem Buch, in denen ich mich wiedergefunden habe. Dieses „nur noch ein Kapitel“, das schlechte Gewissen beim ziellosen Scrollen und die leise Sehnsucht, sich eigentlich mehr Zeit für Bücher zu nehmen. Winnemuth beschreibt ihr Lesejahr sehr persönlich und reflektiert. Es geht dabei weniger um Disziplin als um Aufmerksamkeit. Um das bewusste Erleben von Lesen. Und genau das ist auch die große Stärke des Buches: Es denkt nicht in Kategorien von Selbstoptimierung, sondern in Erfahrungen.

Eine Seite noch

Trotzdem hat mich „Eine Seite noch“ nicht durchgehend mitgerissen. Es ist kein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Eher eines, das man bewusst liest, manchmal auch weglegt und später wieder aufnimmt. Einige Passagen haben mich sehr abgeholt, andere haben sich für mich etwas gezogen.

Vielleicht liegt genau darin auch die Eigenart dieses Buches. Es ist ruhig, fast zurückhaltend. Es drängt sich nicht auf, es will nichts beweisen. Aber genau diese Unaufgeregtheit sorgt auch dafür, dass der Funke nicht immer überspringt.

Was mir dennoch gefallen hat, ist die Ehrlichkeit. Winnemuth schreibt nicht aus einer überhöhten Perspektive, sondern sehr nah an ihrem eigenen Alltag. Sie zeigt auch die weniger produktiven Phasen, die Zweifel, die Momente, in denen Lesen eben nicht magisch ist. Das macht das Buch glaubwürdig.

Sprachlich bleibt sie klar und zugänglich, oft fast beiläufig. Und dann gibt es immer wieder Sätze, die hängen bleiben. Gedanken, die einen kurz innehalten lassen. Diese Momente sind es, die das Buch für mich getragen haben.

Am Ende ist „Eine Seite noch“ für mich kein Buch, das mich komplett gepackt hat, aber eines, das ich gerne gelesen habe. Und vor allem eines, das mich dazu gebracht hat, über mein eigenes Lesen nachzudenken.

Persönlicher Eindruck

Ich mag Bücher, die nicht so tun, als hätten sie die eine Lösung für alles. „Was dein Leben leichter macht“ gehört für mich in genau diese gute Kategorie von Sachbüchern, die weder überfordern noch banal sind. Es ist kein Buch, das man liest und danach glaubt, das Leben sei plötzlich leicht. Aber es kann dabei helfen, an den richtigen Stellen etwas loszulassen, gedanklich einen Schritt zurückzutreten und sich selbst ein wenig milder zu begegnen.

Für mich ist das ein stilles, kluges Buch für Menschen, die sich nach Orientierung sehnen, ohne große Worte zu brauchen. Es passt besonders gut in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, zu funktionieren statt zu leben. Genau dann kann es wohltuend sein, ein Buch zur Hand zu haben, das nicht fordert, sondern sortiert.

Fazit

„Eine Seite noch“ von Meike Winnemuth ist ein kluges und persönliches Buch über das Lesen im Alltag, das viele treffende Beobachtungen liefert. Auch wenn es mich nicht durchgehend fesseln konnte, überzeugt es durch seine Ehrlichkeit und seine ruhige, reflektierte Art. Besonders für alle interessant, die ihr eigenes Leseverhalten hinterfragen möchten.


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