Leid - Die emotionalen Wellen des Lebens - Cover

Leid – Die emotionalen Wellen des Lebens

Klappentext

Dieses Buch hilft, den eigenen Weg durch Leidensphasen zu finden

Wer schon einmal eine schwere Lebensphase durchgemacht hat, kennt das Problem: Offenes, angemessenes Leiden ist ein gesellschaftliches Tabu. »Halb so wild« oder »das wird schon wieder«, heißt es da. Diese Haltung ist gleichermaßen tief in unserem Leistungsdenken verwurzelt wie auch schädlich. Denn die Bagatellisierung verhindert den Aufbau nötiger Resilienz, sagt Dr. Nady Mirian. Leid gehört unweigerlich zum Leben dazu. Was wir brauchen, ist ein neuer gesellschaftlicher Blick, der uns den Raum zur individuellen Verarbeitung von Trauer und Schmerz ermöglicht.

Dieses Buch ist ein mutmachender und wohlüberlegter Aufruf, unser Recht auf Leiden fernab von Tabus, Scham und Effizienzdenken zurückzuerobern.

  • Autoren: Nady Mirian 
  • Verlag: Kösel-Verlag (28. August 2024)
  • ISBN:  978-3466373246*
  • Preis: 20,- Euro

Bewertung

Bewertung: 5 von 5.

Es gibt Bücher, die sagen einem, wie man möglichst schnell wieder „funktioniert“. Dieses hier nicht. Nady Mirian schreibt kein Ratgeberbuch, sondern ein Gegennarrativ: gegen die Vorstellung, dass Leid möglichst effizient zu beseitigen sei, und für ein ehrliches Anerkennen dessen, was uns aus der Bahn wirft.

„Leid“ ist ein Buch über das Zulassen. Über das Recht, nicht sofort wieder aufzustehen. Und darüber, wie man emotionale Wellen nicht überspringt, sondern übersteht. Die Autorin – Psychotherapeutin und Forscherin – nimmt eine Haltung ein, die auffallend unaufgeregt ist. Keine Pathologisierung, kein Coaching-Jargon. Stattdessen: Begriffe wie „emotionale Unverfügbarkeit“ und „Krankheit des Positivismus“, die haften bleiben, weil sie ein Gefühl auf den Punkt bringen, das viele kennen – das aber selten so benannt wird.

Leid – Die emotionalen Wellen des Leben

Das Buch besteht aus Fallgeschichten, persönlichen Beobachtungen, gesellschaftlicher Analyse – aber alles bleibt zugänglich, lesbar, konkret. Es geht um Kinder, die traurig sind, aber keine Sprache dafür finden. Um Erwachsene, die versuchen, immer weiter zu funktionieren, obwohl ihr Inneres längst bröckelt. Und es geht um ein Umfeld – Eltern, Schulen, Arbeitgeber –, das selten Raum gibt für Schmerz, außer er ist sauber diagnostiziert und schnell lösbar.

Mirian plädiert für eine neue Kultur des Leids, nicht in dramatischer Geste, sondern in ruhiger Beharrlichkeit. Leid soll nicht überhöht, aber auch nicht versteckt werden. Es gehört zum Leben, wie Ebbe und Flut. Wer das annimmt, muss nicht weniger leiden – aber vielleicht anders.

Mein Fazit

Was mir dieses Buch mitgegeben hat? Vielleicht vor allem Erlaubnis. Die Erlaubnis, nicht sofort eine Lösung finden zu müssen. Nicht stark zu sein, wenn es sich falsch anfühlt. „Leid“ ist kein Buch, das man weglegt und sich besser fühlt – aber eines, das etwas in Bewegung bringt. Und manchmal reicht das schon.


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