Been there, felt that

Klappentext

Warum uns so viel mehr verbindet, als uns trennt

»Ich bin anders als andere Frauen.«

Sich von anderen abzuheben, besser sein, hübscher, schlanker, weniger zickig, lustiger, glücklicher. Dieser Gedanke reiht sich nicht nur ein in eine Vielzahl von Glaubenssätzen, mit denen Mädchen und junge Frauen in unserer Gesellschaft aufwachsen. Vielleicht ist er das Kernproblem. Der erste Dominostein. Wenn wir endlich verstehen, dass wir alle gleich sind – gleich wütend, gleich traurig, gleich peinlich, ratlos und kompliziert – können wir genau daraus Kraft schöpfen. Vanessa Sielmann widmet sich weiblichen Kollektiverfahrungen: Freitagabenden auf dem Sofa und durchtanzten Nächten, den »Schreib, wenn du zu Hause bist«-Nachrichten, dem Bedürfnis, die Emotionen der anderen zu managen, obwohl man bereits mit den eigenen überfordert ist, sexueller Selbstbestimmung und Orgasmusdruck, dem Wunsch nach Ankommen oder der Angst, etwas zu verpassen.

Ein Buch über das Gefühl, anders sein zu müssen – und die Freiheit, das nicht mehr zu wollen.

  • Autorin: Vanessa Sielmann
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. Juni 2026)
  • ISBN: 978-3442180806*
  • Preis: 18,- Euro

Bewertung

Bewertung: 5 von 5.

Kennst du das Gefühl, irgendwie anders zu sein als alle anderen Frauen um dich herum? Genau mit diesem Gedanken beginnt Vanessa Sielmann ihr Buch, und ich muss zugeben, ich habe mich auf den ersten Seiten sofort ertappt gefühlt.

„Ich bin anders als andere Frauen“

Sielmann seziert diesen einen Satz, den vermutlich jede von uns schon einmal gedacht oder gesagt hat. Besser sein, schlanker, weniger zickig, lustiger. Sie zeigt, wie tief dieser Glaubenssatz sitzt und wie sehr er uns eigentlich voneinander trennt, statt uns zu stärken. Das ist keine reine Nabelschau, sondern eine kluge Beobachtung gesellschaftlicher Muster, die die Autorin immer wieder mit eigenen Erlebnissen unterfüttert. Wer dabei trockene Theorie erwartet, wird enttäuscht. Sielmann schreibt so nah an ihrem eigenen Leben, dass man sich beim Lesen ständig fragt: Moment, kenne ich das nicht auch?

Been there, felt that

Im Mittelteil geht es um die vielen kleinen und großen Themen, die Frauen im Alltag beschäftigen, aber selten offen ausgesprochen werden. PMS, toxische Nettigkeit, der Druck beim Sex funktionieren zu müssen, die „Schreib, wenn du zu Hause bist“-Nachrichten, die wir wie selbstverständlich verschicken. Besonders hängen geblieben ist mir die Passage über das ständige Managen fremder Gefühle, obwohl man mit den eigenen längst überfordert ist. Ich habe mich dabei ertappt, wie oft ich genau das mache, ohne groß darüber nachzudenken. Sielmann bleibt dabei nie anklagend, sondern eher wie eine gute Freundin, die einem den Spiegel vorhält, ohne mit dem Finger zu zeigen.

Was dieses Buch besonders macht, ist der Ton. Sielmann schreibt nicht von oben herab und nicht wissenschaftlich verklausuliert, sondern wie jemand, der wirklich verstehen will. Manche Kapitel wirken thematisch etwas breit gefächert, ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle mehr Tiefe statt Breite gewünscht. Das schmälert den Gesamteindruck aber kaum. Am Ende bleibt vor allem ein Gefühl von Verbundenheit hängen: Wir sind mit unseren Zweifeln und Unsicherheiten eben nicht allein, auch wenn es sich oft so anfühlt.

Mein Fazit

Wer nach einem Buch sucht, das sich liest wie ein langes, ehrliches Gespräch mit einer klugen Freundin, ist hier goldrichtig. Absolute Leseempfehlung meinerseits!


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