Der KI-Therapeut

Klappentext

Vielleicht möchtest du mal mit jemandem darüber reden

Ängste, Depressionen und Burnout sind zu Volkskrankheiten geworden. Die Zahl der Betroffenen übersteigt die der Therapeuten bei Weitem. Was können Erkrankte tun, wenn niemand Zeit für sie hat?
Nach ausgiebigen Tests und Recherchen ist Klaus Bernhardt der festen Überzeugung, dass sich künstliche Intelligenz – allen voran ChatGPT – hervorragend als erste Anlaufstation für Menschen mit psychischen Problemen eignet. Vorausgesetzt, man kennt die blinden Flecken der KI und umschifft diese gekonnt.
Wie das geht, erklärt Ihnen der renommierte Leiter des Instituts für moderne Psychotherapie in Berlin anhand vieler Beispiele und eines großen Praxisteils. Erfahren Sie, wie passgenaue Soforthilfe per KI möglich wird und in welchen Fällen sie nicht umhinkommen, einen menschlichen Therapeuten aufzusuchen.

  • Wenn Maschinen Leben retten: Mit KI gegen den Therapie-Notstand
  • Soforthilfe bei seelischen Beschwerden – von Therapeut und Bestsellerautor Klaus Bernhardt
  • Mit zahlreichen Fallbeispielen und sofort anwendbaren Tipps, mit denen sich Ratsuchende von ChatGPT helfen lassen können – inklusive ChatGPT 4o
  • Autor: Klaus Bernhardt
  • Verlag: Ariston Verlag (11. September 2024)
  • ISBN: 978-3424203028*
  • Preis: 20,- Euro

Bewertung

Bewertung: 5 von 5.

Wartezeiten von mehreren Monaten für einen Therapieplatz kennst du bestimmt auch, oder? Ich habe selbst schon erlebt, wie zermürbend es ist, dringend Hilfe zu suchen und dann einfach warten zu müssen. Genau da setzt Klaus Bernhardts neues Buch an: Kann ChatGPT eine erste Anlaufstelle sein, wenn die Psyche streikt und niemand Zeit für einen hat?

Klaus Bernhardt, früher Wissenschafts- und Medizinjournalist und heute Leiter des Instituts für moderne Psychotherapie in Berlin, hat ein Jahr lang Patientenanfragen mit ChatGPT durchgespielt. Das Buch besteht großteils aus abgetippten Prompts und den Antworten der KI, garniert mit seinen Einordnungen. Genau das macht die Lektüre so greifbar: keine trockene Theorie, sondern konkrete Gespräche zum Nachlesen. Wer bei Ängsten, Depressionen oder Burnout schon mal selbst recherchiert hat, weiß, wie unübersichtlich das werden kann. Bernhardt zeigt, wie man ChatGPT gezielt briefen muss, damit brauchbare Antworten rauskommen, etwa mit Sätzen wie „Rede mit mir wie eine gute Freundin“. Wer das nicht tut, bekommt schnell eine der berüchtigten Zehn-Tipps-Listen, mit denen im Ernstfall niemandem geholfen ist.

Der KI-Therapeut

Ehrlich gesagt, ein bisschen gestört hat mich, wie oft Bernhardt seine eigene „Bernhardt-Methode“ ins Spiel bringt. Da ist von einer angeblich halbierten Rückfallquote in seiner Praxis die Rede, ohne dass eine kontrollierte Studie dazu genannt wird. Das hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht, das Buch trägt sich auch ohne diese Werbung in eigener Sache. Zum Glück nimmt das nicht überhand. Im Kern bleibt Bernhardt angenehm selbstkritisch: Er räumt offen ein, dass ein Chatbot nur so gut ist wie die Fragen, die man ihm stellt, und macht klar, dass KI Menschen mit ausgeprägten psychischen Erkrankungen keinen menschlichen Therapeuten ersetzen kann. Das fand ich wichtig, gerade weil das Thema so sensibel ist.

Mein Fazit

Am Ende bleibt bei mir vor allem eins hängen: Dieses Buch räumt mit der Vorstellung auf, KI könne den Menschen in der Psychotherapie einfach ersetzen. Gleichzeitig zeigt es sehr konkret, wie ChatGPT als Erste-Hilfe-Werkzeug funktionieren kann, wenn man weiß, wie man es füttert. Für alle, die selbst schon mal auf einer Warteliste gelandet sind oder einfach neugierig sind, wie weit KI im emotionalen Bereich wirklich trägt: Absolute Leseempfehlung meinerseits!


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